MINT-Schulprojekt am Rande des Weltalls
Ein halbes Jahr haben sich 20 interessierte Schüler*innen der Jahrgangsstufen 7 bis 12 jeden Mittwochnachmittag zusammen mit den betreuenden Lehrkräften Herr und Frau Ibba getroffen, um dieses Projekt zu verwirklichen. Am Montag, den 01.06.2026 war es dann endlich soweit: Der Wetterballon mit der Sonde konnte gestartet werden!
Worum geht es bei dem Projekt?
- Eine Forschungssonde (Styroporbox) ausgestattet mit einer Kamera und verschiedenen Messgeräten (Drucksensor, Temperatursensor, GPS Tracker, Datenlogger) wird mit einem heliumgefüllten Wetterballon in die Stratosphäre gesendet
- Der Wetterballon soll die Sonde von unserem Schulgelände auf eine Höhe von etwa 40 000m bringen
- Zur Vorstellung bzw. zum Vergleich: Das ist fast viermal höher als Flugzeuge fliegen!
- Nach maximaler Ausdehnung bei minimalem Umgebungsdruck platzt in dieser Höhe der Wetterballon und die Sonde landet abgesichert durch einen Fallschirm sicher wieder am Erdboden
Überblick unserer Experimente:
- In einem Reagenzglas befinden sich Mikroorganismen und Algen aus unserem Schulteich. Eine Untersuchung unter dem Mikroskop im Vergleich zur Bodenprobe soll zeigen, ob die Mikroorganismen unter den extremen Bedingungen überleben können und ob es signifikante Unterschiede zur Bodenprobe gibt.
- Verschiedene Flüssigkeiten (mit unterschiedlichen Gefrierpunkten) in Reagenzgläsern dienen als Temperaturindkator. Wir erwarten einen Wechsel der Aggregatszustände.
- Kressesamen und Chiasamen werden in einer Petrischale an der Sonde befestigt. Wir möchten die Keimfähigkeit im Vergleich zur Bodenprobe untersuchen.
- Ein Luftballon, welcher von der Kamera gefilmt wird, dient zur Veranschaulichung der Volumenzunahme aufgrund des sinkenden Umgebungsdrucks beim Aufstieg. Er zeigt bei den Videoaufnahmen, was analog mit dem Wetterballon geschieht, der sich ebenfalls ausdehnt, bis er platzt.
Wie ging es nach dem Start weiter?
- Die Forschungssonde überträgt ihre Positionsdaten über einen GPS-Tracker
- Der Wetterballon hat eine insgesamte Flugzeit von etwa 3 Stunden und dabei eine Aufstiegsgeschwindigkeit von 5 m/s.
- Wir haben die Flugroute angepasst an die Wind- und Wetterverhältnisse berechnet und der vorausberechnete Landeort war nähe Achern, Luftlinie von der Schule ca. 63 km.
- Alle 20 Schülerinnen und Schüler der AG machten sich durch Fahrgemeinschaften auf den Weg zum Landeort, um die Sonde zu bergen und somit das Material
Bergung der Sonde
- Am Montag Nachmittag erfolgte der erste Versuch die Sonde zu bergen. Das letzte GPS Signal wurde über einem Angelweiher gesendet. Die Schülerinnen und Schüler waren mit Feuereifer bei der Suche dabei, durchkämmten großflächig das Gebiet rund um den Weiher und auch der Weiher selbst wurde bis auf den Grund abgesucht. Leider blieb die Suche erfolglos. Am Montagabend sendetet der GPS Tracker ein neues Signal, etwa 200m Luftlinie weiter. Am Dienstag Mittag konnte dann die Sonde beim zweiten Anlauf sichergestellt werden. Alle Daten konnten ausgelesen werden und die atemberaubenden Aufnahmen aus dem All wurden begeistert von den Schülerinnen und Schülern gesichtet.
- Der Wetterballon hat eine tatsächliche Höhe von 35 km erreicht!
Danke!
- Besonderer Dank gilt an dieser Stelle dem Förderverein des ETGA, der durch die vollumfängliche finanzielle Unterstützung das Projekt möglich gemacht hat!
- Ebenso den Schülern Joscha Erhardt und Henrik Sarter aus der MSS 12, die mit ihrer Drohne den Start des Wetterballons begleiten und die Aufnahmen zur Verfügung stellen.
- Das gesamte Filmmaterial wird von Marlon Mende, 8b, zu einem eigenen Schulfilm über das Schulprojekt „Weltraummission“ geschnitten / verarbeitet
- Ebenso ein großes Dankeschön für die Unterstützung der Haustechniker, insbesondere Bernd Henniger, der auch bei der Bergung der Sonde geholfen
- Herzlichen Dank an den Religionsleistungksurs 12 von Frau Meckler für die Andacht beim Starttag!
Wir möchten uns zudem bei den Schüler*innen der AG für ihren Enthusiasmus, ihre Motivation und ihren Arbeitseinsatz bedanken, es war ein tolles Schulprojekt, das uns definitiv für immer in Erinnerung bleiben wird!
Mario Ibba und Aileen Ibba

