Die Schülerinnen des Leistungskurses Kunst des Jahrgangs 12 aktualisieren Man Rays Fotografie Noire et Blanche von 1926.
Kontraste machen Bilder interessant – das ist Grundwissen im Kunstunterricht. Auch Man Rays Bildidee für das Foto Noire et Blanche bezieht ihren Reiz aus inhaltlichen wie formalen Kontrastierungen. Das Foto zeigt eine nackte weiße Frau mit einer dunkel glänzenden Holzmaske aus der Elfenbeinküste. Was bei der ersten Veröffentlichung im Jahre 1926 in der Pariser Modezeitschrift Vogue als Illustration des modern-mondänen Lebensgefühls gedacht war, gilt heute als Klassiker der künstlerischen Schwarz-Weiß-Fotografie. Seit 2022 gilt Man Ray zudem als einer der am teuersten gehandelten Fotografen überhaupt. Aufgrund dieser Grundlage entstanden tolle Bildzitate des Leistungskurses, indem ein aktuelles gesellschaftskritisches Thema den Betrachter*innen dargestellt wird.
Mit der Fotografie „Das Schweigen“ möchte Anne Lehmann zeigen, dass Frauen heute noch unterdrückt und zum Schweigen gebracht werden. Das Tape über ihrem Mund steht dafür, dass Frauen nicht frei sprechen können und ihre Stimme unterdrückt wird. Die geschlossenen Augen sollen deutlich zeigen, dass man sich machtlos und nicht ernstgenommen fühlt. In der Fotografie von Elea Slater „Süßer Konsum“ wird der Kontrast zwischen dem Konsum von Vapes bzw. Zigaretten durch einen Lolli aufgezeigt. Hierbei wird der normalisierte Tabakwaren-Konsum kritisiert. Helene Burkhart zeigt in ihrer Fotografie „Bitte denken Sie selbst“ die Gefahr von K.I. in der Kunst, denn sie klaut existierende Kunst für Algorithmen und nimmt uns unsere stärkste Ausdrucksform: Die Kunst. Durch die liegende Haltung wird das „Sterben“ der richtigen Künstler*innen, die ihre eigenen Gefühle und Kreativität für ihre Werke verwenden, hervorgehoben. Freya Gausche zeigt in ihrer Fotografie „Understaffed“ einen Feuerwehrmann in voller Montur. Dieser soll auf die Unterbesetzung („Understaffing“) aufmerksam machen, da lebenswichtige Berufe wie Feuerwehr, Sanitäter und Pfleger schwer und fast keine Neuzugänge mehr finden. Lena Andreas zeigt setzt sich mit der Hungersnot auseinander. Die Betrachter*innen sollen zum Nachdenken angeregt werden, da wir im Überfluss leben und dieser Zustand weltweit keineswegs selbstverständlich ist. Gleichzeitig soll es dazu anregen, das eigene Verhalten zu hinterfragen und sich der bestehenden Ungleichheiten bewusster zu werden. Letta Hinnersmann zeigt in ihrer Fotografie „Der Griff zum Buch“, dass wir in einer Welt voller Technologie und künstlicher Intelligenz leben, die immer mächtiger wird und die eigentliche Literatur dadurch in den Schatten gedrängt wird. Ihre Fotografie dient als Kritik am freien Umgang mit K.I. und ist ein Appell, öfter zum Buch zu greifen.

